Januar 2026

Aus die Maus

Um es klar zu sagen. Wir sitzen in der Falle. Und zwar in einer lebensbedrohlichen. Ich bin kein Apokalyptiker, aber je mehr ich mich mit Plastik beschäftige, desto erschreckender sind die Fakten. Die Ausmaße der weltweiten Plastikjahresproduktion sind unfassbar: 400 Millionen Tonnen.
Aber der Zenit ist noch lange nicht erreicht, denn die Produktion steigt kontinuierlich, wobei die Verpackungsindustrie fast für die Hälfe der Menge verantwortlich zeichnet. Aber es hat keinen Zweck Schuldige zu bennenen. Das wäre zu einfach. Wir wollen nicht ablenken, wir müssen einen schnellen Sinneswandel schaffen.
Jeder von uns wird täglich mit Plastik konfrontiert, denn Plastik ist so wunderbar bequem und praktisch. Es kann verformt und eingefärbt werden. Im Supermarkt feiern Plastikverpackungen für Getränke eine wahre Orgie, auf Partys sind Einwegtrinkbecher schick und auch unsere Autos sind mit Plastik ausgestattet, wobei der Reifenabrieb durch das Fahren noch nicht in die sichtbare Bilanz einfließt.
Solange das Plastik sichtbar ist, ist es fast harmlos. Erst wenn es zerfällt oder zerrrieben wird zu Makro- und Mikroplastik, wird es gefährlich. Schädlich für alles Leben, egal ob Baum, Koralle oder Mensch. Es dringt durch alle Zellwände und ist einfach nur lebenszerstörend, selbst wenn die Plastikteilchen noch nicht statisch aufgeladen sind.
Die bereits bekannten Auswirkungen auf die Natur aufzuzeigen, würde den Arbeitsbericht sprengen. Jeder kann sich im Internet informieren. Wichtig ist aber nicht nur Informationen zu sammeln, sondern diese auch zu nutzen, um das eigene Verhalten zu ändern. Auf Gesetze zu warten ist sinnlos. Wir sind gefragt, denn es ist unsere Welt.

In Asien überschwemmen billige chinesische Plastikartikel den Markt.

In Mati sammeln und sortieren die Amihan Brothers den Müll für Mama Earth, der in Davao eingeschmolzen wird.

Sabrina Lochschmidt mit ihrem wundervollen Leopardenhai-Gemälde.

Sibylle und Gerald Nowak halten Vorträge.

Tanja Bayer, Tauchlehrerin und Ärztin.

Unser großartiger Planet wird zu 71 Prozent mit Wasser bedeckt. Somit schlucken die Ozeane auch den Löwenanteil der Plastik-Pest. Wer weiß es besser als die Menschen, die sehr gerne unter Wasser sind, die Taucher? Sie möchten ihr Spielzimmer gerne sauber halten und unterstützen deshalb die Plastiksammelaktionen von Mama Earth.
Zur Erinnerung: Unsere Pflanzer sammeln Plastik, während sie Mangroven pflanzen, zusätzlich kaufen wir gesammeltes Plastik vom Strand in Mati auf, um den Schildkröten den Zugang zur Eiablage und den geschlüpften Schildkrötenbabys den Zugang zum Meer zu ermöglichen. Aus diesem Müll lassen wir in Davao Schulstühle herstellen. Dazu wird das vorher sortierte Plastik eingeschmolzen und als warme Masse in Formen gepresst. Nach dem Erkalten sind Einzelteile der Schulstühle fertig und werden zusammengesetzt. Wir bekommen für unsere Schulstühle zehn Jahre Garantie. Wenn Stühle zerbrechen sollten, werden sie einfach wieder eingeschmolzen.

Gerald Nowak, Taucher und Unterwasserfotograf, war hier auf Mindanao und hat gesehen, wie dringend es ist, mehr Schulstühle zu liefern. Er hat mit seiner Ehefrau Sibylle das Ziel Menschen zu informieren und Spenden einzusammeln, um die Schulstühle zu finanzieren. Mit Erfolg.

Zwei Tauchschulen haben während ihrer Weihnachtsfeiern Geld gesammelt. In der größten Tauchschule Tauchsport Gläßer im Nordosten von München wurde ein Gemälde von Sabrina Lochschmidt versteigert. Der Erlös ist zu 100 Prozent in die Finanzierung der Stühle geflossen. Danke Thorsten Gläßer und vor allem an die Künstlerin für diese großartige Aktion und die sagenhafte Arbeit. Sabrina hat in wochenlanger Arbeit das Bild des Leopardenhais mit Öl gemalt. Das Kunstwerk wurde von Rüdiger Kaupp, einem Geschäftsmann aus der Tauchsportszene (www.tauchsportvertretungen.de) ersteigert. Rüdiger Kaupp hat bereits auf der Interdive das Projekt gutgeheißen und gespendet.
Aber auch Tawo Diving in Oberursel (Taunus), für Tauchsafaries und gute Ausbildung bekannt, hat Schulstühle gespendet. Treibene Kraft war die Eigentümerin Tanja Bayer. Sie ist Tauchlehrerin und Ärztin (begleitet Kreuzfahrten in die Arktis und Antarktis) und sehr engagiert und dem Umweltschutz verbunden.

Recyclinganlage in Davao, wo der gesammelte und sortierte Müll angeliefert wird.
Die aus Müll gefertigten Schulstühle werden verladen und der Lastkraftwagen kann zur Auslieferung fahren.
Die Schulstühle aus billigem Holz halten in den Tropen nur kurze Zeit.
Kinder lieben es zu lernen. Sie sind neugierig und feuen sich jeden Tag, zur Schule gehen zu dürfen.
Die Schulstühle sind angekommen. Im Vordergrund Kaloy, unser Forstwirt in Baganga.
Gute Bildung ist die sicherste Investition, um unseren Planeten vor dem Kollaps zu bewahren.

Dank dieser Spenden konnten wir Anfang Februar 2026 weitere 50 Stühle ausliefern. Da wir Schulen mit wenig Aussicht auf neue Bestuhlung bevorzugen, war die Luyong Elementary School in Baganga für diese Lieferung das Ziel. Die Schule ist weit entfernt vom Zentrum, die Wege etwas abenteurlich. Auf dem Weg ist der Lastkraftwagen stecken geblieben. Erfreulicherweise hat der nahegelegene Militärstützpunt sogleich reagiert, den Lastkraftwagen geborgen und auch gleich angepackt, um die Stühle zu entladen. Vielleicht haben Sie Zeit, sich unser kleines Video anzusehen. Bitte auf diesen Link klicken:

Back to future

Bitte alle Lebensmittel – also auch Getränke –, die nicht in Glas gefüllt wurden, konsequent im Regal lassen. Nur durch Verzicht kann eine Wende erfolgen, schlicht nach dem Motto „Wandel durch Handel“. Glas kann nahezu endlos recycelt werden, ohne Qualitätsverlust. Benutzte Flaschen und Gläser werden zu Scherben zerkleinert und anschließend wieder eingeschmolzen. Der weitere Vorteil: Altglas zu schmelzen ist wesentlich energieärmer, als neues Glas herzustellen, und braucht auch weniger Ressourcen wie Sand, Kalk und Soda. Glas bleibt also immer im Kreislauf, Plastik nicht. Bitte noch heute anfangen, vorausschauend zu denken. Es macht auch noch Spaß. Danke.

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