Vor dem Aussetzen der Mangroven werden die Pflanztüten entfernt. Wir können sie in der Regel zwei- bis dreimal verwenden.
Immer flexibel sein
Erfreulich ist, dass wir als kleine Organisation flexibel sind und sofort umschalten können, wenn Änderungen unausweichlich sind. Eigentlich sollten die nächsten bestellten und bereits fabrizierten Schulstühle noch im März 2026 ausgeliefert werden, aber die gestiegenen Treibstoffpreise haben die Termine neu gemischt. Von unserer Seite war alles koordiniert, aber da wir die Freigabe der Schulbehörde (Department of Education) benötigen, müssen wir uns fügen. Dort finden zurzeit Dauersitzungen statt, wie die Treibstoffkosten für Lehrerinnen und Lehrer ausgeglichen werden könnten. Unser Liefertermin ist auf den 7. April 2026 festgeschrieben, also nach der Holy Week, die hier auf den Philippinen ein Highlight der katholischen Kirche und deren Mitglieder ist.
Unsere Pflanzungen an den Küstenstreifen der Pujada Bay, Mati, sind abgeschlossen. Alle uns zur Verfügung gestellten Flächen sind mit unterschiedlichen Mangrovenarten aufgeforstet. Die müssen nun wachsen und werden nach fünf bis sieben Jahren Samen tragen. So werden sich die Mangroven auf natürliche Weise vermehren, ohne menschliches Zutun. Unser Ziel ist erreicht.



Als letzte und schwierigste Aufgabe in Mati bleibt das Aufforsten der Kalksteinflächen auf der Halbinsel Guang Guang. Wir haben schon mehrmals in den vergangenen Jahren über unsere Vorgehensweise berichtet. Allerdings werden diese Pflanzungen eine Metamorphose von kahlen Kalksteinflächen in einen Mangroven-Dschungel bewirken. So können wir den durch das Abholzen der Mangroven vor Jahrzehnten entstandenen Schaden reparieren. Zur Verwirklichung waren zahllose Behördengänge nötig, denn die Kalksteinflächen liegen im geschützten Gebiet, was eine Sondergenehmigung erfordert. Für die Aufforstungen müssen Löcher in den Kalksteinboden gebrochen werden, damit die Wurzeln der Mangrovensetzlinge die darunterliegenden Sedimente erreichen. Unsere Taktik ist, die Flächen nicht wild zu perforieren, sondern uns kreisförmig ins Zentrum zu pflanzen, weil die teilweise abgeschatteten Ränder der Freiflächen weicher sind als die durch die stechende Sonne hart gebrannten Mittelfelder.
Da wir in den Küstenregionen der Pujada Bay von Mati nicht mehr pflanzen werden, bekommen die Frauenorganisationen, die für uns gepflanzt haben, medizinisches Material. Wir haben eine riesige Menge durch die Organisation „Interhelp“ (Andreas Engelhardt) aus Hameln, Deutschland, bekommen. Das medizinische Equipment ist eine Spende, Mama Earth musste lediglich die Transportkosten erstatten. Das Sortieren erfolgt zurzeit durch die Berufsfeuerwehr in Mati, die die Sachen in Kartons verpacken wird, um die Auslieferung und die Verteilung zu erleichtern. Dort verbleiben dann die beiden Noteinsatzrucksäcke, die garantiert viel bewirken werden. Als ist ein kleines Goodbye-Geschenk.






Unglaublich, was Christian für uns programmiert hat. Wir können ab sofort die gepflanzten Mangrovenfelder nach festgelegten Koordinaten überfliegen, um das Wachstum auch aus der Luft zu dokumentieren. Nicht mit Videos, sondern mit Fotos in guter Qualität. Das hat den Vorteil, dass in die Fotos gezoomt werden kann, was mit Videoaufnahmen fast unmöglich ist, ohne dass die Auflösung unscharf wird. Durch die eigene Programmierung der Drohnenflüge brauchen wir die Updates nicht teuer einzukaufen. Das spart nicht nur eine Menge Geld, sondern macht uns auch flexibler. Zeit spart auch ein weiterer Programmpunkt: Die Koordinaten werden schon vor dem ersten Flug festgeschrieben. Hut ab vor dieser Technik, die auch noch 3D-Ansichten liefert, weil die Fotos in einem vorgegebenen Winkel aufgenommen werden.
Unglaublich ist auch, was Chiara für die Faktenlage der CO2-Bindung von Mangroven geleistet hat. Bekanntlich war sie hier zwei Monate vor Ort, um ihre Masterarbeit zu schreiben, und hat im Rahmen ihrer Arbeit sehr viele Sedimente im Labor der Universität in Mati untersucht. Erwiesen ist, dass die Mangroven einen soliden Beitrag zum Einlagerung von CO2 leisten. Im Internet geistern viele falsche Zahlen über die Bindung von Kilogramm oder Tonnen herum. Hier stand der Wunsch wohl im Vordergrund, nicht die Fakten. Die falschen Angaben reichen bis zu 40 Kilogramm pro Mangrove im Jahr. Das ist grober Unfug. Wir rechnen mit 5 Kilogramm im Jahr bei einer Lebensspanne der Mangroven von 25 Jahren. Wir wissen, dass die Angabe des CO2-Eintrages und die Lebenszeit der Mangroven zu niedrig angesetzt sind, möchten aber nicht, dass wir uns in Sicherheit wiegen, aus der es ein böses Erwachen geben könnte. Unsere Zahlen sind belastbar, wie es eine solide Berechnung erfordert.


