Mai 2023

Bambus wurde früher oft als das Holz der Armen bezeichnet. Er wächst an jeder Ecke in Asien und konnte daher abgesägt und als kostenloses Baumaterial für Tische, Ställe und Hütten verarbeitet werden. Leider mit dem Nachteil, dass dieses Baumaterial bereits nach zwei bis drei Jahren meist aufgrund von Schädlingsbefall zerfiel.
In den letzten mehr als zehn Jahren hat sich die Behandlung und Verarbeitung von Bambus grundlegend verändert. Inzwischen sind Bambusprodukte langlebig und können in einem entsprechend breiten Anwendungsspektrum genutzt werden. Mittlerweile werden weit über 50.000 Produkte aus Bambus hergestellt. Mehr über Bambus erfahren Sie unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Bambus
So werden die Fasern für seidenweiche T-Shirts verwendet, aber auch für hammerharte Bauplatten, bei denen Holzstücke zu Werkstücken verleimt oder zu Holzkohle verkokt werden. Bambussprossen sind eine begehrte Nahrungsquelle, und Schneidebretter, Kämme, Bürsten, Schalen, Besteck usw. stammen aus Werkstätten auf der ganzen Welt.

Alles faszinierend und ein guter Grund, Bambus zu pflanzen – nicht für Ziergärten, sondern mit dem Ziel, Produkte aus den Ernten bereitzustellen, die gefragt sind. Wir hatten bereits berichtet, dass wir zusammen mit dem Bürgermeisteramt in Monkayo zehn Hektar Bambus gepflanzt haben, um die Nachfrage zu decken, aber auch, um künftig Produkte aus dem Material in Monkayo herzustellen und auf den Markt zu bringen.
Auf diese Weise schaffen wir Arbeit für viele Menschen in den Dörfern, können die weltweit problematisch gewordenen Plastikprodukte zurückdrängen und entziehen der Atmosphäre durch das schnelle Wachstum des Bambus eine enorme Menge CO₂.

Auch wenn Bambus eine anspruchslose holzige Graspflanze ist, ist es nicht so einfach, Bambus in Plantagen anzupflanzen. Dafür braucht es ein Konzept und einen erfahrenen Experten – den wir mit Burkhard Kiehne haben.

Es dauerte weniger als sechs Wochen von der Lieferung der Setzlinge bis zur Pflanzung der ersten zehn Hektar großen Bambusplantage. Nun liegt bereits das erste Seminar hinter uns. Durch die kontinuierliche Schulung wollen wir den Menschen in Monkayo zeigen, wie man mit dem Material Bambus arbeitet und nicht nur die Bambusstangen verkauft.

Die Setzlinge sind gewachsen, aber nicht alle, was völlig normal ist, auch wenn die Setzlinge aus Samen gezogen wurden. Die nicht gewachsenen Pflanzen werden ersetzt, sodass die gesamte Fläche optimal genutzt wird, um eine gute Ernte zu erzielen.

Burkhard Kiehne hat sich seit über 45 Jahren mit dieser Pflanze beschäftigt und sie erforscht. Er hat an drei verschiedenen Universitäten in Deutschland gearbeitet, studierte verschiedene Bambusarten in verschiedenen Ländern erhielt Auszeichnungen für seine Forschungen und Beiträge zur Botanik.

Im Seminar vermittelte er zuerst warum Mama Earth nur Setzlinge pflanzt und keine “Stecklinge”, also herausgeschnittene Stücke aus einem Bambusstab, der, nachdem ein Spross austreibt eingepflanzt werden kann. Das ist wichtig zu wissen, denn die Preise liegen so weit auseinander, dass diese Frage immer wieder gestellt wird. Die Erklärung: Jeder Teil einer Bambuspflanze altert wie die Mutterpflanze, unabhängig davon, wie alt der der einzelne Halm tatsächlich ist. Stecklinge von einer alten Mutterpflanze sterben zur gleichen Zeit wie die Mutterpflanze. Da nicht festgestellt werden kann, wie alt die Mutterpflanze ist, kann es sich sogar um einen Steckling von einem Steckling handeln, der leicht schon 70 Jahre alt sein kann, also nicht mehr oder sehr langsam wächst. Pflanzen aus Samen gezogen haben die Kraft der Jugend und wachsen entsprechend schnell und gesund auf. Nur Jungpflanzen garantieren, dass wir die ersten 25 Jahre den maximalen Ertrag erwirtschaften. Da der Giant Bambus sehr schnell wächst muss die zweite Art schattentolerant sein. Deshalb ist hier Bambusa die perfekte Zweitpflanze. Das Konzept von Burkhard Kiehne hat sich in Bagio bereits bewährt und wird nun in Monkayo lediglich fortgeführt.

Die Zehn-Hektar-Fläche in Monkayo ist bereits ausgebucht. Wir sind zurzeit dabei eine neue Plantage zu denselben Bedingungen zu eröffnen und haben bereits von zwei Standorten Bodenproben genommen. Zwar ist Bambus nicht sehr anspruchsvoll, aber da wir zwei sich gegenseitig unterstützende Arten pflanzen, sollte auch der Boden die besten Voraussetzungen mitbringen. Sehen Sie sich das Partnerschaftangebot an und schreiben Sie uns, wenn Sie Fragen haben, aber auch wenn Interesse besteht. Klicken Sie hier: https://indd.adobe.com/view/f38645aa-5cc9-43a0-bedd-e4326ba709bf

Ganz links ein frischer Trieb der Giant-Bambus-Sorte (Dendrocalamus asper). Die Kultivierung von Giant Bambus auf Tischen ist teuer, aber effizient. Die zweite Art (Bambusa longinternode) wird ebenfalls auf Tischen kultiviert.

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