Mai 2026

Brutale Hitze hat das Seewasser auf dieser Fläche so aufgeheizt, dass sich der Kalk im Meerwasser gelöst hat und hergefallen ist. Die Folge ist eine dicke Kalksteinschicht, die keinem Samen Halt bietet, um zu wurzeln. Nun ist es an uns, die Wunden zu schließen und aus einer menschengemachten Wüste einen natürlichen Dschungel zu pflanzen.

Die Wüste lebt …

… besser gesagt, sie fängt an zu leben. Wir haben bereits diverse Male über unser Aufforstungsprojekt im Nationalpark Guang guang, Mati, Davao Oriental, geschrieben, aber da uns dieses Projekt die nächsten Jahre begleiten wird, wird es auch regelmäßig in unserem Newsletter auftauchen. Außerdem ist dieses Projekt so einmalig, dass es sicher nichts Vergleichbares in Asien gibt. Oft wird akzeptiert, dass sich Veränderungen ergeben haben, aber wir suchen nach Möglichkeiten, menschengemachte Naturschäden wiedergutzumachen. Mit Erfolg.
Insgesamt existieren drei riesige Kaltsteinflächen in Guang guang, die alle von Mama Earth aufgeforstet werden. Die Herausforderungen sind riesig, aber schon die ersten Pflanzungen erfüllen uns mit stiller Hoffnung, dass wir es schaffen hier wieder ein Mangrovendickicht entstehen zu lassen, in dem Affen, Vögel und Echsen ihr Habitat finden, während sich im salzigen Wasser Fische, Krebse und Würmer tummeln.
Im Mai hatten uns Fischer in Mati gebeten, einen weiteren Küstenstreifen aufzuforsten. Er liegt direkt am „Eingang“ zur Stadt. Alle Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Wir haben bereits begonnen, Setzlinge vor Ort in einer kleinen Baumschule einzutopfen, sodass wir voraussichtlich im Oktober 2026 mit den Pflanzungen beginnen können. Die Fläche ist klein, aber unser Motto lautet: Jede Mangrove zählt.

Wir pflanzen kreisförmig, aber bevorzugt in den weicheren Sedimenten zwischen den Mangroven, die Mama Earth hier schon vor mehr als vier Jahren gepflanzt hat.
Die Kraft der Natur ist gewaltig. Dieser Pagatpat-Setzling erfreut sich in der Kalksteinwüste bester Gesundheit und wächst ganz sicher zu einer stattlichen Mangrove heran.
Ganz anders die Situation in Baganga. Hier sind weite Gebiete noch mit Mangroven bewachsen. Eine fast unendliche Sammelstelle für neue Samen, die in unseren Baumschulen zu Setzlingen herangezogen werden können. In Baganga fehlen lediglich noch zirka sieben Millionen Mangroven, um die Wiederaufforstung als beendet zu erklären. Das schaffen wir noch.

Wir hoffen, dass wir zeitnah unseren Traum erfüllen können und das Gebäude am Eingang des Naturparks zu einem Ausstellungsraum ausbauen sowie die angrenzende Fläche zu einem Seminarraum umgestalten können, was aber noch etliche Konferenzen erforderlich macht, denn die Philippinen sind ein Land der Konferenzen. Alles muss im Detail dargelegt werden, und alle Einsprüche müssen entkräftet werden. Wenn unser Plan realisiert werden kann, können Schulklassen aus Mindanao hier zusammenkommen und die Schülerinnen und Schüler sehr viel über Mangroven lernen und ihr Wissen weitergeben, denn für die Philippinen sind Mangroven von existenzieller Bedeutung.

In Baganga, drei Autostunden von Mati in Richtung Norden, pflanzen wir zurzeit fast 100.000 Mangroven pro Monat. Das macht nicht nur Spaß, zuzusehen, wie sich die Baumschulen füllen und leeren, es macht auch Freude zu sehen, wie die meisten der Mangroven gesund heranwachsen. Hier zahlt sich unsere strikte Kontrolle der Baumschule und der Auspflanzungen aus. Vier bis fünf Monate in der Baumschule mögen lange erscheinen, doch da wir ständig im Einsatz sind, vergeht die Zeit rasant. Erfreulicherweise reißt die Arbeit nicht ab. Damit es so bleibt, sind wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen. Falls Sie Lust haben, mit ins Boot zu kommen, klicken Sie bitte auf diesen Link:

https://mama-earth.eco/mangroves-donation

Aufgrund der primitiven Baumschulen können wir den Preis seit Jahren stabil halten: Drei Mangroven kosten Sie einen Euro. Mit wenig Geld können Sie viel bewirken. Nicht nur Mangroven pflanzen, sondern auch den Fischerfamilien eine Zukunft geben.

Nein, wir tapezieren nicht den Boden in den Baumschulen. Die ausgerollten Planen sollen vermeiden, dass die Wurzeln der Mangrovensetzlinge in den Boden wachsen.
Die Mischung der Mangroven legt die Universität in Mati mit der staatlichen Umweltbehörde (DENR) fest. Im Bild Setzlinge der schwarzen Mangrove (Bruguiera gymnorrhiza).
Es ist auch eine Anerkennung, dass wir oft eingeladen werden, um Vorträge zu halten. Wir machen es gerne, denn es ist wichtig, die Bedeutung der Mangroven zu kennen.
Mit der neuen Drohne setzen wir die Dokumentationsflüge fort. Auf der namenlosen Insel, die neben Guang guang liegt, haben wir 190.000 Mangroven gepflanzt.
50 Almaciga-Setzlinge gepflanzt und mit alten Reissäcken gegen die freilaufenden Ziegen geschützt (hoffentlich).
50 Schulstühle aus recyceltem Plastik lassen die Kinder der Elementary School in Patag besser lernen (hoffentlich).

Erfreulicherweise wird unsere Arbeit auch auf den Philippinen gewürdigt. So freuen wir uns über einen langen Online-Artikel der meistgelesenen Tageszeitung „Manila Bulletin“, aber auch über einen fünfseitigen Artikel in dem Magazin „Agriculture“, den Sie über den nachfolgenden Link einsehen können:

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:2cde2a6c-9a29-4a1d-ac5e-00d111194308

Wie berichtet konnte die ins Meerwasser gefallene Drohne nicht mehr repariert werden. Salzwasser und Elektronik sind bekanntlich keine guten Partner. Die Elektronik zu ersetzen ist sehr viel teurer als eine Neuanschaffung. Die neue Drohne ist im Einsatz. Alle Fotos werden rechnerisch zu einer Gesamtkarte zusammengeführt. Diese Karte hat einen „Slider“ für die verschiedenen Flüge, meistens zweimal im Jahr. Der Unterschied zwischen einem Video- und einem Fotoflug besteht darin, dass in die Foto gezoomt werden kann, was bei einem Video nicht möglich ist.
Es kann in einem Foto eine Area festgelegt zur Wachstumskontrolle der Mangroven werden, in die gezoomt werden kann. Die Auflösung ist ausreichend, um die Mangrovenbestände zu sehen. Die frisch gepflanzten Mangroven sind als grüner Bereich zu sehen. Über den „Slider“ kann die Historie abgerufen werden. Im nächsten Newsletter werde ich es ausführlicher erklären. Wir sind begeistert.

Da wir unseren Newsletter auf drei Seiten begrenzen, nur in Kürze noch ein paar Schlagzeilen: Die 50 Almaciga-Setzlinge sind gepflanzt und werden von unserem Forstwirt Jolly betreut. Bisher wachsen alle 50, aber es kann durchaus sein, dass die freilaufenden Ziegen einige so stark schädigen, dass diese ersetzt werden müssen. Im nächsten Jahr stehen die sicher auf eigenen Wurzeln und wir können Ihnen Patenschaften anbieten, wie auch bei den Toog-Riesen in Montevista, Davao de Oro.

Und eine weitere 50: Die gespendeten 50 Stühle sind besetzt. Die Kinder sind hocherfreut. Auch hier ist die Herausforderung für uns ganz einfach: Mehr Schulstühle aus recyceltem Plastik braucht das Land. Besseres Sitzen ermöglicht besseres Lernen. Eine einfache Formel, um Kindern eine Zukunft zu geben.

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