April 2026

Die sommerliche Hitzewelle auf den Philippinen ebbt ab. Das Pflanzen wird etwas erträglicher.

Es war eine turbulente und bunte Zeit seit dem letzten Arbeitsbericht. Sehr viele unterschiedliche Aktivitäten. Unsere Mangrovenpflanzungen gehen erfreulicherweise gut voran. Wir pflanzen nun in Mati und in Baganga, beide Orte sind in Davao Oriental gelegen. In Mati werden die drei Kalksteinflächen in Guang guang jeweils ringförmig zur Mitte hin aufgeforstet. Wir haben schon etliche Male über das System berichtet. Es ist das Erfolgversprechendste, denn die ersten Pioniermangroven wachsen noch im etwas weicheren Halbschattenbereich der Kalksteinfläche heran und spenden zusätzlichen Schatten, um die Kalksteinflächen nicht weiter anwachsen zu lassen. Diese Pflanzungen sind extrem aufwendig, zeigen jedoch, dass es möglich ist, Wunden in der Natur zu schließen. Weil das Projekt so einmalig ist, wird es von der Universität in Mati begleitet und dokumentiert. Hier sind wir alle in einem Boot: die Universität, die DENR, das Protected Area Management Board und Sie, als Spender für diese wohl weltweit einzigartige Aktion.

In Baganga arbeiten wir uns langsam nach Norden vor. Unsere Baumschule auf Poo Island, Barangay Kinablangan in Baganga, ist schon etwas Besonderes. Diese lebhafte 1.500-Einwohner-Gemeinschaft, die die Setzlinge per Boot zu den Pflanzstätten bringt, betreibt zudem eine kleine Algenfarm. Die frischen Algen werden auf dem Markt und an Restaurants verkauft, die nicht verkauften werden getrocknet.

Es wird jeden Tag grüner, also schöner. Die Mangroven wachsen erfreulich gut.

Von links: Erste Ringpflanzungen auf der Kalksteinfläche in Guang guang. Algenfarmer auf der Insel Poo in Baganga. Die erste Mangrovenschlange (Boiga dendrophila latifasciata) wurde wieder in Baganga gesichtet. Wir müssen noch schneller pflanzen, um mehr Raum für Tiere zu schaffen.

Wenn aus der Trockenware das Salz herausgewaschen wurde, können die Algen als Düngemittel eingesetzt werden. Nun gibt es allerdings auch einen Aufkäufer, der aus den getrockneten Algen „Plastik“ herstellt. Das ist so zukunftsweisend, dass wir spontan beschlossen haben, als Projekt eine weitere kleine Algenfarm zu starten. So haben wir neben den Nipa-Palmen ein weiteres Projekt, um den Menschen vor Ort langfristig eine Einkommensquelle zu bieten. Diese Palmenart ist die perfekte Partnerart der Mangroven und verschafft den Einwohnern zusätzliches Einkommen. Die Blätter werden auf Bambusleisten gebunden und sind in den lokalen Gemeinden als Dachmaterial sehr begehrt. Außerdem bieten Nipa-Palmen landseitig eine „Mauer“, die den schlammigen Boden zurückhält. Die Langfristigkeit ist wichtig, denn wir ziehen immer weiter, wenn keine Pflanzflächen mehr zur Verfügung stehen.

Aus Baganga kommt die erfreuliche Meldung, dass die erste Sichtung der Mangrovenschlange (Boiga dendrophila latifasciata) im Baganga Mangrove Swamp Forest Reserve (BMSFR) dokumentiert wurde. Die mäßig giftige Schlange wurde auf einer Bakhaw-Laki-Mangrove (Rhizophora apiculata) ruhend gefunden. Wir müssen schneller pflanzen, um mehr Lebensraum für die heimische Tierwelt zu schaffen.

Inzwischen wurde das von Interhelp e.V. Hameln, Deutschland, gespendete medizinische Equipment an die Ortschaften rund um die Pujada Bay verteilt. Für die vielen Kartons mussten wir Hilfe anheuern, um die Produkte gerecht aufzuteilen. In den Ortschaften, in denen unsere Pflanzungen fast abgeschlossen sind, ist es eine große Hilfe für die Erste-Hilfe-Stationen.

Verdiente Mittagspause im Halbschatten der Mangroven.
Die Baumschule leert sich rasant.
50 Schulstühe auf dem Weg zu Elementary School in Patag.

Von links: Viele helfende Hände an der Universität um das von Interhelp e.V in Hameln gespendete medizinische Equipment gerecht aufzuteilen. Toog-Baum mit zirka 150 Jahren. Er hat noch weitere 100 Jahre vor sich. Grandioser Erfolg: Die ersten 50 Almaciga-Setzlinge sind in Patag. Sie können bis zu 65 Meter hoch wachsen und werden als Könige des Waldes bezeichnet.

Zwar sind die Kinder noch in den Sommerferien, aber wir haben die Schulstühle schon in die Berge gebracht. Die Eltern werden sie dann am ersten Schultag in die Klassenzimmer bringen.

Nach gefühlten 100 Textnachrichten und etlichen Telefonaten ist es uns gelungen, Almaciga-Setzlinge zu bekommen. Unglaublich kompliziert, und mühsam, aber auf Palawan gibt es eine Baumschule, die uns Setzlinge verkauft hat. Die ersten 50 sind nun in unserer kleinen Baumschule in den Bergen. Wie wir bereits geschrieben haben, werden wir diese Könige der Wälder wieder anpflanzen, denn sie stehen auf der Roten Liste und könnten sonst bald aussterben. Wir werden diese, wie auch die Toog-Riesenbäume, durch Patenschaften verkaufen. Für die Almaciga-Bäume ist es noch zu früh, aber wenn Sie sich einen Toog-Baum als Familienbaum zulegen möchten, können wir Ihnen dabei helfen. Die Toog-Bäume kosten 100 Euro und wachsen in Montevista, Davao de Oro. Von den dort wachsenden 104 Bäumen sind noch über 60 zu haben.

Und nichts Negatives? Doch. Der Drohnenpilot ist mit unserer Drohne gecrasht. Die Landung im Seewasser hat der empfindlichen Elektronik schwer zugesetzt. Sie ist nun in der DJI-Klinik in Manila und kann hoffentlich repariert werden.

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