Juni 2026

In diesem Gebäude, direkt am Eingang des Mangrovenparks in Mati, werden wir ab Oktober unsere provisorische Ausstellung zeigen. Auf der linken Seite werden dann anreisende Schulklassen aus ganz Mindanao über die Bedeutung der Mangroven informiert. Eine große Aufgabe, aber wir sind so mutig und gehen sie an.

Mangrove Education Center

Das oben abgebildete Gebäude steht seit über sechs Jahren leer, weil sich zwei Abteilungen nicht einigen können. Inzwischen hat der Bürgermeister gewechselt. Es ist Mama Earth wohlgesonnen, weil er die Aufforstungen in der Pujada Bay seit Jahren verfolgt. Mündlich haben wir bereits die Zusicherung erhalten, dass die Universität DORSU in Mati und die Mama Earth Foundation künftig dort federführend tätig werden.
Für ein „soft opening“ werden wir ab Oktober 2026 etwa 20 Informationsposter aufstellen. Da es auch einen erhöhten Mangrovenweg durch die Kronen der Mangroven gibt, bekommen die unterschiedlichen Mangrovenarten kleine Namensschilder aus Holz und zwei Damen werden abwechselnd als Tourguides arbeiten. Sie bekommen Uniformen, damit Sie auch als Tourguides erkennbar sind. Die Schulung wird von der Universität übernommen. 
Täglich können bis zu zehn Busse aus Schulen im Umkreis von 150 Kilometern kommen. Die Lage könnte nicht besser sein. Zehn Minuten von der Universität entfernt könnte dieses Mangrove Education Center Hunderte Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis vermitteln, wie wichtig Mangroven sind, speziell in Ländern wie den Philippinen, wo auf über 7.600 Inseln zwischen 60 bis 70 Prozent der Einwohner in Küstennähe leben. Der nächste Schritt ist dann, einen ständigen Ausstellungsraum mit Exponaten wie Muscheln, Fischskeletten und versteinerten Meeresbewohnern einzurichten.

Da Pagatpat-Mangroven als winzige Setzlinge gepflanzt werden, sind sie leicht zu übersehen. Die Steine reichen als Markierung nicht aus. Wir müssen Schutzkäfige bauen, um unabsichtliche Beschädigungen zu vermeiden. 
Unsere Pflanzerinnen und Pflanzer sind so gut. Sie haben einen Meterstab mit einem verschiebbaren Messpunkt versehen, um auf Fotos die Wuchshöhe besser ablesen zu können. Das Papierschild zeigt die Anzahl der Tage seit dem Pflanzen.
Forstwirt Kaloy macht während seiner Kontrolle der Mangroven Mittagspause, die wir vor zirka zwei Jahren gepflanzt haben. In den Monaten Juni und Juli stiegen die Mittagstemperaturen stark an, oft sogar auf über 40 Grad Celsius. Für unsere Mitarbeiter ist es dann nicht erlaubt zu arbeiten.

In unregelmäßigen Abständen besuchen wir die Pflanzungen, denn nach den intensiven Aufforstungen in Pujada Bay in Mati sind wir bereits nach Baganga weitergezogen. Beide Orte liegen in Davao Oriental, etwa drei Autostunden voneinander entfernt. Für unsere Aktivitäten ist es wichtig zu sehen, wie Mangroven auf unterschiedlichen Sedimenten gedeihen. Zwar wertet die Universität die Pflanzungen anhand von Studentenberichten aus und liefert uns entsprechende Berichte, aber für unsere Arbeit ist es unumgänglich, nicht immer nur die Aussagen von Dritten zu hören, sondern uns auch ein eigenes Bild zu machen.
Bestätigt wird, auch durch unsere Augenscheinnahme, dass wir dort die größten Erfolge haben, wo wenige menschliche Aktivitäten stattfinden und der Boden schlammig-morastig ist. Vor Siedlungen mit Fischerfamilien streifen oft Muschelsammlerinnen herum, die mit einem scharfen Eisen die Muscheln ausheben, dabei jedoch nicht selten die Mangrovenwurzeln verletzen. Ist der Boden schlammig, scheint es, als würden die Nährstoffe fast auf die Mangroven warten. Die stetig von den Mangroven fallenden Blätter haben sich über Jahrzehnte hinweg wie eine fruchtbare Decke über den oft steinigen oder kalksteinähnlichen Boden gelegt.  

Ein ausgebildetes Wurzellabyrinth, um mehr Nährstoffe aus dem Wasser zu gewinnen.
Forester Bryan in Badas, Pujada Bay, Mati, freut sich über das Wachstum unserer Mangroven.

Unsere Dokumentation der aufgeforsteten Flächen schreitet voran. Allerdings sind auch hier immer ein paar Hürden zu nehmen. Mitunter ist der Regen zu extrem oder der Wind zu stark, zwischendurch wird unsere Drohne immer wieder von Greifvögeln angegriffen. Ende des Jahres sind hoffentlich alle Flächen erfasst.

Die Mangroven sind aber auch schlau; sie bremsen durch ihre Wurzeln oder ihr Wurzelgepflecht die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers und gewinnen dadurch mehr Zeit, um aus dem Meerwasser weitere Nährstoffe zu ziehen, wie Stickstoff und Phosphor aus dem Oberflächenabfluss des Landes. Das ist wichtig, denn Mangroven wurzeln nicht tief, oft nur 60 bis 90 Zentimeter tief. Deshalb sind die riesigen Pagatpat-Mangroven auch durch den Winddruck der Taifune sehr gefährdet, wie unsere Pflanzgebiete belegen, in denen wir zwischen entwurzelten Pagatpat-Mangroven frische Pflanzungen anlegen und so wieder einen dichten Mangrovenwald erzeugen.

Drohnenarbeit

Einen großen Anteil der Arbeitszeit unserer Forstwirte nimmt zurzeit die Drohnen-Dokumentation in Anspruch. Es ist schon eine große Aufgabe, denn es sind viele Flächen und die Drohne hat eine begrenzte Akkukapazität, sodass wir etliche aufgeforstete Flächen unterteilen müssen. Die Drohne fliegt, wenn der Akku einen Ladezustand unterschreitet, zum Aufgangspunkt zurück. Dann werden die frischen Akkus eingeklinkt und die Flüge wieder aufgenommen.

Nach den Flügen geht die Arbeit aber weiter, denn die Fotos werden zu Karten zusammengeführt, wie bereits mehrfach berichtet wurde. Das dauert ewig, weil dieses Rendering eigentlich einen superschnellen Rechner erfordert, der uns jedoch nicht zur Verfügung steht. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr die Anschaffung vornehmen können, denn die Flüge werden dann in regelmäßigen Abständen durchgeführt, um das Wachstum anhand der erstellten Karten abzulesen.

Inzwischen pflanzen wir etwa 80.000 Mangroven pro Monat. Das ist schon eine Leistung, denn es erfordert eine zuverlässige Planung. Pflanzgebiete stehen uns noch ausreichend zur Verfügung. In Baganga werden wir wohl eine riesige aufgegebene Fischfarm mit Mangroven aufforsten. Diese wurde illegal betrieben und vor vielen Jahren geschlossen. Wir warten nur noch auf die Freigabe des Department of Environment and Natural Resources (DENR), der philippinischen Umweltbehörde.

Kapital Baum

Erfreulicherweise ist unser Buch „Kapital Baum“ ausverkauft. Wir brauchen dafür also keine Werbung mehr zu machen. Eine Neuauflage ist aus Zeitgründen nicht geplant. Falls doch, werden wir das Buch als E-Paper auflegen, um es für 5 Euro anbieten zu können. Aber vorher haben wir noch sehr viele andere Baustellen.

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