In den Bergen sind Aufforstungen zurzeit nicht möglich. Südostasien könnte weiterhin unter Regenmangel leiden und die jungen Setzlinge würden ohne Regen nicht überleben können. Das Foto zeigt unsere schwierigen Aufforstungen am Berg Mundo Hill vor vielen Jahren.
Bekanntlich versenden wir im Juli keinen Newsletter, denn die meisten unserer Leserinnen und Leser verbringen dann ihren wohlverdienten Urlaub, oft an Orten mit eingeschränkten Internetverbindungen, was der Seele schmeichelt und zur Entspannung beiträgt. Meine persönliche Empfehlung zur Tiefenentspannung: Umarmen Sie einen Baum.
Hier auf Mindanao gibt es für Mama Earth fast keine Unterbrechungen. Alles geht weiter, auch wenn die Hitzewelle seit Mitte des Jahres mitunter das Arbeiten verbietet oder zumindest einschränkt. Die Klimabehörden warnen, dass sich Pazifik-El-Niño-Bedingungen zu einem „Super“-El-Niño entwickeln könnten, der erst in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ausklingen dürfte. Keine guten Aussichten. Allerdings gab es zwischendurch immer wieder kleine Schauer, mitunter sogar starken Tropenregen, was jedoch lediglich ausreichte, um der Natur Linderung zu verschaffen.

Die seltenen Almaciga-Setzlinge müssen wir begießen, um zu vermeiden, dass sie der Hitze zum Opfer fallen.

Dieser Toog-Baum braucht keine menschliche Hilfe mehr. Er wächst in voller Pracht in den nächsten 200 Jahren.

Mit Käfigen geschützt werden müssen die Pagatpat-Setzlinge um nicht von Gästen in Guang guang niedergetreten zu werden.

Der Ambassador der Schulstühle aus Plastikmüll. Hier steht Gerald Nowack auf der Bühne während der Tauchmesse in Friedrichshafen am Bodensee.

Die nicht endende Geschichte. Jeden Tag sammeln die Amihan Brothers in Mati den Müll am Stand um den Schildkröten die Eiablage am Strand zu erleichtern.
Auch wer sich im Schatten aufhält, wird der Hitze nicht entgehen können, denn selbst die Luft hat mittags Temperaturen erreicht, die keine Abkühlung bringen. Was für Badeurlauber ein Vergnügen ist, ist für die Arbeit eine Belastung. Unsere Antwort sind bekanntlich Bäume.
Die werden inzwischen weltweit in großer Zahl gepflanzt. Die Zahl der Aufforstungen ist unvorstellbar: Es sind Milliarden. Fast unmöglich, die ganzen Projekte zusammenzurechnen. Inzwischen werden sogar Samen mit Drohnen abgeworfen, Setzlinge von Robotern in die Erde gesteckt und Hunderttausende Menschen pflanzen fleißig. Alles Erdenkliche wird unternommen, um mehr Bäume auf unserem Planeten wachsen zu lassen. Das ist zu begrüßen und sehr erfreulich. Das Erschreckende an diesen Aufforstungen zeigt sich, wenn wir die Entwaldung von der anderen Seite aus betrachten. Wir müssen uns eingestehen, dass wir über viele Jahrhunderte gedankenlos abgeholzt haben, ohne an ein Morgen zu denken. Das darf sich nicht wiederholen.
Traurig ist, dass wir sehr viele Primärwälder verlieren. Alle Anpflanzungen sind ohne Frage hilfreich, aber Bäume sind noch keine Wälder. Das braucht Zeit. Ohne Zweifel können sich auch wieder gesunde Wälder mit artenreichem Leben entwickeln. Dafür müssen wir den gepflanzten Bäumen aber Zeit geben. 500 Jahre werden nicht reichen, ich würde 1.000 Jahre vorschlagen. Wer garantiert uns aber, dass wir die Bäume so lange unberührt lassen? Mein Vorschlag, dass über 100 Jahre alte Bäume ohne Einspruchsmöglichkeiten unter Naturschutz gestellt werden müssen, wird immer dringender.
Die massiven Aufforstungen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die rasante Entwaldung noch nicht gestoppt ist. Noch immer fallen jährlich 13 Millionen Hektar Wald den Kettensägen zum Opfer. Seriöse Studien gehen sogar davon aus, dass wir in den nächsten Jahren noch 170 Millionen Hektar Wald verlieren könnten. Erst dann könnte ein Umdenken einsetzen, obwohl die Gründe bekannt sind: Die Ausweitung der Landwirtschaft steht in direktem Zusammenhang mit dem Verschwinden der Wälder.
Da wir in den Bergen aufgrund der Trockenheit nicht pflanzen können, arbeiten wir mit ganzer Kraft daran, mehr Mangroven aufzuforsten.

Wir pflanzen zurzeit über 100.000 Mangroven pro Monat.

Hier sind etliche Mangrovensetzlinge nicht angewachsen.

So sehen unsere handgefertigten Holzschilder für den Mangroven-Lehrpfad in Guang guang aus.

Um zu den vorgelagerten Pflanzstätten zu gelangen, müssen die Boote durch schmale Wasserwege gezogen werden.
Wir kommen erstaunlich gut voran, weil die sichtbaren Pflanzerfolge auch unsere Pflanzerinnen und Pflanzer beflügeln. Die ausgewilderten Setzlinge wachsen beeindruckend gut. Wenn wir in Mati oder Baganga während unserer Kontrollfahrten die vor Jahren gepflanzten Mangroven sehen, kommen wir immer wieder ins Staunen. Auch wenn die meisten Mangroven anschaulich verdeutlichen, wie gut unsere Pflanzerinnen und Pflanzer arbeiten, haben wir Verluste zu beklagen. Misserfolge, also Verluste durch Fischerboote, Treibholz, Plastik und Meeresmüll, sind zu akzeptieren.
Wir haben unsere Müllsammelaktionen mit den Amihan Brothers in Mati verstärkt. Leider ist bei den Strandbesuchern der Dahican Beach in Mati noch kein Sinneswandel eingetreten. Noch immer bleibt der Müll am Strand zurück. Dieser muss jedoch eingesammelt werden, um den Schildkröten nachts einen barrierefreien Zugang zur Eiablage zu ermöglichen. Ein Beispiel? In drei Wochen wurden 150 Kilogramm Bekleidung, 200 Kilogramm Plastik, 100 Kilogramm Glasflaschen und 3 Kilogramm Zigarettenstummel zurückgelassen. Alles muss entfernt werden, denn die Schildkröten können nicht über rollende Flaschen klettern und verfangen sich mit ihren Vordergliedmaßen, die wie Paddel arbeiten, in den zurückgelassenen Kleidungsstücken.
Der eingesammelte Müll wird sortiert und in Davao eingeschmolzen, um daraus unsere Schulstühle herzustellen, von denen noch unendlich viele benötigt werden. Ich möchte hier meinen Freund Gerald und seine Frau Sibylle erwähnen, die unermüdlich für die Schulmöbel werben, zum Beispiel auf der InterDive, die gerade in Friedrichshafen am Bodensee stattfand.
Unser Schwerpunkt liegt zurzeit in Baganga, wo noch riesige Flächen aufgeforstet werden müssen. Die Baumschulen leeren sich, sind aber nach kurzer Zeit wieder voll mit Pflanztüten, die mit Schlamm und Samen gefüllt sind. Die Pflanztüten werden mit den Sedimenten gefüllt, in die später die Setzlinge ausgewildert werden. Das erleichtert das Anwachsen erheblich.
Zum Schluss möchte ich darum bitten, unseren beiden Facebook- und Instagram-Kanälen zu folgen und ein paar Likes zu hinterlassen. Wir stellen unter „Mama Earth Foundation“ und „Malizia Mangrove Park“ jede Woche mindestens zwei Posts ein. Meistens auch kleine Videos, die wir im Newsletter nicht zeigen können, aber unsere Arbeit vor Ort sehr deutlich darstellen. So haben wir ein Video gepostet, das zeigt, wie einer unserer Forstwirte die Rückkehr der Affen dokumentiert. Zwar war nur das große Alpha-Tier zu sehen, aber die philippinischen Langschwanzaffen leben in Kolonien mit bis zu 60 Tieren. Die Affen zerschlagen mit Steinen die Krebsschalen, um an das Fleisch im Inneren zu gelangen.
Danke für Ihre Unterstützung.



